20 Jahre Friedhof auf Gut Schönhof

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Nach langjährigen Mühen und Kämpfen genehmigte das Landratsamt Bayreuth am 7. Juni 2001 den Friedhof auf Gut Schönhof. Wie Prediger Johannes Falk in seinem Artikel in dieser Ausgabe berichtet, konnte er Oberhaupt Frieda Müller am folgenden Tag das Genehmigungsschreiben in ihre Hände legen. Zwei Tage später, am 10. Juni 2001, ging Schwester Friedchen heim. Ihr Wunsch, ihre sterbliche Hülle auf dem johannischen Friedhof im Frankenland beigesetzt zu bekommen, ging am 16. Juni 2001 in Erfüllung.

Am 18. Juni 2001 konnte noch eine Glaubenschwester auf dem Friedhof beerdigt werden, aber bereits kurz darauf erhielt die Kirche die offizielle Mitteilung, dass gegen den Genehmigungsbescheid ein Widerspruch erhoben wurde. Die mit einem derartigen Rechtsmittel verbundene „aufschiebende Wirkung“ bedeutete: Bis zur endgültigen Entscheidung über den Widerspruch durften keine weiteren Beerdigungen stattfinden.

Der Köttweinsdorf und Eichenbirkig mit Trinkwasser versorgende Wasserzweckverband hatte Widerspruch erhoben und ihn mit der Behauptung begründet, vom neuen Friedhof könnten Schadstoffe ins Grundwasser gelangen und das von ihm geförderte Wasser verunreinigen.

Dass das vom Landratsamt bereits dreimal eingeschaltete Wasserwirtschaftsamt eine solche Gefahr ausgeschlossen hatte, konnte den Verband nicht beeindrucken, auch nicht die Tatsache, dass wegen der schwierigen Bodenverhältnisse als zusätzliche Maßnahme Grabkammern aus Beton gewählt wurden.

Sowohl das Landratsamt Bayreuth als auch die Regierung von Oberfranken lehnten die Anträge der Kirche ab, die „sofortige Vollziehung“ des Genehmigungsbeschlusses anzuordnen. So musste das Verwaltungsgericht angerufen werden, das dann nach dreimonatigem Wechsel umfangreicher Schriftsätze erlaubte, auf dem johannischen Friedhof auf Gut Schönhof Beerdigungen durchzuführen. In der juristischen Fachsprache: Das Gericht ordnete die „sofortige Vollziehung“ des Bescheides des Landratsamtes Bayreuth vom 7. Juni 2001 an. Den Beschluss konnten Kirchenvertreter am 5. November 2001 in den Händen halten.

Ende November 2001 fand dann die dritte Beisetzung auf dem Friedhof statt.

Foto: Schwester Friedchens Grab auf dem Schönhofer Friedhof