Die Nähstubenmäuse in der Engelwerkstatt

Gemeindebrief
von Konstanze P.
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Neulich war ich mal wieder in der Nähstube zu Gast: Im St.-Michaels-Heim, 1. Stock nach dem Jugendraum einmal rechts und dann gleich links. Da werkelt es alle Tage! Hauptamtlich trifft man da Michaela Heinrich an, die als gelernte Schneiderin vor 38 Jahren ihre Tante Ruth Heinrich ablöste und seitdem mit Ideen, Fachverstand und meisterlichem Geschick mit einer immer kleiner werdenden Gruppe von Mittäterinnen wunderschöne Dinge liebevoll und akkurat herstellt.

„Wir haben in all den Jahren schon so viel gemacht. Wir wissen schon gar nicht mehr, was es alles war“, sagt Michaela und lacht. Hier wird genäht, gestickt, gebastelt, es gibt auch Kaffee und Kuchen und viel Lachen. Es entstehen Kissen, Decken, Taschen und Täschchen, Puppenkleider, Schultüten, Beutel, Weihnachtsschmuck und vor allem Engel natürlich. Ich glaube nicht, dass es einen Haushalt in der näheren oder weiteren Entfernung ohne Nähstubenengel gibt.

Als ich mich so umschaue und diese vielen, kleinen, unterschiedlichen, so liebevoll und genau gearbeiteten Engel bewundere, erinnere ich mich an einen Arbeitseinsatz für einen lange zurückliegenden Weihnachtsbasar. Es muss schon knapp 40 Jahre her sein. Ich hatte mich damals als junge und etwas ungeduldige Frau für die Nähstube gemeldet und sollte oder durfte den ganzen Abend sehr kleine Filzschuhe zuschneiden, die natürlich alle gleich aussehen sollten! Ich habe mich mit verkrampften Fingern gemüht und hoffte, dass die meisten leidlich zu gebrauchen waren. Aber meine Sache war das Kleine und Genaue nicht, und ich bin bei den nächsten Terminen dann lieber Kekse backen gegangen. Und heute sehe ich: Sie tun es immer noch!! Es sind noch ca. 10 teilweise schon recht betagte, aber innerlich jung gebliebene Frauen, die in der Nähstube an verschiedenen Tagen zusammen arbeiten. Es gibt auch Einige, die sich Material holen und zu Hause alleine oder in kleinen Gruppen sticken, nähen und basteln. Manchmal kommen auch die Enkelkinder mit und freuen sich am Mithelfen, aber wie überall fehlt auch hier der Nachwuchs, der vielleicht auch Neues mit einbringt.

In der Adventszeit wird es am 1. und 2. Advent voraussichtlich ein kleines Angebot vor dem St.-Michaels-Heim geben, an denen man all die kleinen und größeren Dinge erstehen kann. (Übrigens auch in der Woche in der Nähstube direkt, Wegbeschreibung siehe oben)

Ich kann nur meinen Hut ziehen, Danke sagen und Euch weiterhin das Beste wünschen!

Conny