Gedankenanregungen

Gemeindebrief
von Lisa F.
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Auch das geht vorbei

Dieser Satz stammt aus einer buddhistischen Geschichte, in der ein Häftling sieben Jahre absitzen musste. An seiner Zellenwand fand er diesen Satz eingeritzt: „Auch das geht vorbei”. Diese Worte eines anderen Häftlings haben ihm Mut gemacht und ihm immer wieder Kraft zum Durchhalten gegeben. “Auch das geht vorbei” hat ihn sein Leben lang begleitet.

Eigentlich ein ziemlich unspektakulärer Satz, aber als Lebensmotto durchaus hilfreich. Alles geht vorbei, das Negative und Bedrückende, aber auch das Erfreuliche und Schöne. Wenn wir etwas Schweres durchmachen müssen, kann dieser Satz helfen, die Lage zu entschärfen, denn das Wissen, dass auch das vorbei geht, kann tröstlich sein und wieder Zuversicht vermitteln. Auch wenn wir etwas Positives, Beglückendes, eine gute Zeit erleben, hilft dieser Satz “Auch das geht vorbei”, damit wir nichts als selbstverständlich hinnehmen und dankbar die positiven Stunden ganz bewusst genießen in der Gewissheit, dass es auch bald wieder anders sein kann.

Das lehrt uns Vertrauen in Gottes Führung und Dankbarkeit für alles, was er uns schickt.

Freude verbreiten

Ein Satz aus irgendeinem Artikel ist bei mir hängengeblieben: “Gegen das Virus der Freudlosigkeit gibt es keine Impfung!” In allen Medien, in allen Gesprächen geht es im Moment um Impfungen. Soll ich mich impfen lassen? War es richtig, die Impfung zu machen? Welche Folgen kann eine Impfung haben? Fragen und Unsicherheiten überall. Obwohl sich ja langsam wieder Optimismus breit macht und man wieder Feste feiern darf und auch Restaurants und Konzerte besuchen kann, natürlich noch mit Einschränkungen, fällt es doch manchmal schwer, sich an all diesen Lockerungen zu freuen.

Trauen wir uns wirklich, unser Leben zu genießen und uns zu freuen, obwohl es so vielen Menschen schlecht geht? Krankheiten, Hungersnöte, Kriege, Überschwemmungen, Feuersbrünste und vieles mehr lassen die Menschen verzweifeln und leiden. Der Prediger Salomo gibt uns folgenden Hinweis: “Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit …weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit” (Pred.3).

Es ist nicht erstrebenswert, immer nur auf das Schlechte zu starren und das Glas immer nur halbleer zu sehen. Das ist wie ein seelisches Virus, das uns am Glücklichsein hindert und außerdem kein gutes Glaubenszeugnis ist. Friedrich Nietzsche sagte einmal dazu:” Die Christen müssten mir erlöster aussehen und bessere Lieder singen, …wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.”

Haben wir nicht allen Grund, als von Gott geliebte Kinder im tiefsten Innern eine Freude zu haben, die nach außen drängt?

Gegen das Virus der Freudlosigkeit gibt es keine Impfung, aber wir können immer wieder Zeiten des Lachens und der Freude empfinden, denn Gottes Liebe und Freundlichkeit will durch uns in die Welt gelangen.

Geliebt werden

“Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr trotz seiner selbst.” Victor Hugo

Da hat Victor Hugo etwas Wahres gesagt, denn welcher Mensch möchte nicht geliebt werden? Danach sehnen wir uns doch alle. Natürlich möchte jeder auch um seiner selbst willen geliebt werden, das ist ein ganz verständlicher Wunsch, aber TROTZ seiner selbst macht nachdenklich. Da kommt zum Ausdruck, dass nicht alles an uns liebenswert ist und wir auch trotz unserer Fehler und Schwächen geliebt werden möchten. Damit tun sich vielleicht Freunde, Partner und Verwandte schwer, aber wie sieht es mit uns selbst aus? Können wir uns selbst lieben, obwohl wir ja unsere Unzulänglichkeiten am besten kennen? Wie schwer ist es oft, uns selbst anzunehmen, uns nicht ständig zu kritisieren und mit Schuldgefühlen zu bombardieren.

Es hört sich so leicht an, sich selbst zu lieben, aber wir stehen uns oft ganz schön im Weg, weil wir nicht glauben können, dass wir liebenswert und großartig sind.

Wie wunderbar, dass Gott uns lieben kann, so wie wir sind!

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